In full blossom, 2012

„Wir leben im Himmel und nicht unter ihm“ (John Tyndall)
Installation Mixed Media, Beyond the Timberline, Belalp, CH

In mitten der Alpenlandschaft direkt neben dem Wanderweg breitet sich ein Blumenfeld in Form einer Wolke aus und begleitet die Wanderer durch die Landschaft.

Künstliche Plastikblumen ragen steril aus dem Boden, ohne Duft und ewig blühend.

Ein Sinnbild unserer Gesellschaft und ihrem Anspruch, alles jederzeit und in voller Blüte konsumieren zu können.

Für John Tyndall, den irischen Naturwissenschaftler und begeisterten Alpinisten, war die Belalp seine zweite Heimat.

Zu seinen Forschungen gehörten Gletscherbewegungen,die Streuung von Licht in die Atmosphäre mit der Erklärung, warum der Himmel blau ist und die Theorie über Krankheitskeime. Unter anderem erfand er das Nebelhorn und prägte auch den heute nicht mehr gebräuchlichen Begriff « Akustische Wolke ».

Die akustische Wolke ist nach Tyndall eine durch Feuchtigkeits- oder Temperaturunterschiede bedingte Dichteänderung der Luft, die sich durch Reflexion oder Ablenkung des Schalls bemerkbar macht. Solche Dichteänderungen der Luft verändern auch die Fortpflanzungsrichtung des Lichts, weshalb akustische Wolken gleichzeitig auch optische Erscheinungen wie die « Fata Morgana » hervorrufen können.

Der Wasserdost (Eupatorium cannabinum) ist eine Heilpflanze und wächst bei günstigen Bedingungen auch in alpinen Gebieten mit einer Feuchtigkeits- bedingten Dichteänderung der Luft auf einer Höhe von 2100 m.ü.M. und gilt als Naturheilmittel. In der Naturmedizin hat der Wasserdost den Ruf eines «pflanzlichen Anti-Infektivums». Er hat die Fähigkeit, eine massenhafte Virenvermehrung nach einer bereits erfolgten Infektion zu unterdrücken und regt die Produktion der körpereigenen Abwehrzellen an.